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Kunst Galerie

Joseph Beuys

Joseph Beuys - Das Schweigen 1973

Titel: "Das Schweigen" 1973
Technik: Fünf Filmspulen des
gleichnamigen Films
Format: je ca. 4 x 38 cm
Auflage: 50
signiert und nummeriert
Schellmann: 80

Preis auf Anfrage

Das Schweigen, 1973

Im Jahr 1963 lockte „Das Schweigen“ von Ingmar Bergman elf Millionen Zuschauer in die bundesdeutschen Kinos. Das von emotionaler Kälte und Sprachlosigkeit geprägte Beziehungsdrama zwischen zwei Schwestern schildert in beklemmenden Bildern eine Welt ohne Hoffnung, in der allein die Sexualität zum Ersatz der Liebe wird.

Zehn Jahre später setzte Joseph Beuys die Filmvorlage in ein kompaktes dreidimensionales Bildwerk. In den fünf verzinkten Filmspulen erscheint die bleierne Schwere des „Schweigens“ sowohl nochmals herausgestellt, als auch – im Sinne einer notwendig zu erneuernden Kommunikation – endgültig zum Schweigen gebracht.

In einer Aktion 1964 suchte Beuys auch Marcel Duchamps Schweigen zu brechen. Duchamp, der erstmals Industrieprodukte als „Readymade“ ins Museum integrierte und damit zur Kunst erklärte, hatte nach Beuys´ Ansicht Entscheidendes übersehen. Das Urinoir oder der Flaschentrockner sind Resultate der kreativen Fähigkeiten des Menschen, aus denen Duchamp – so Beuys – hätte ableiten können, dass „jeder Mensch [...] ein Fähiger, ein Kreator, ein Schöpfer [...] und um es radikal zu formulieren, ein Künstler“ ist.

 

Rita E. Täuber

aus: Kat. Beuys für Alle! Auflagenobjekte und Multiples, hrsg. v. Marc Gundel, Städtische Museen Heilbronn/Kunsthalle Vogelmann, Bielefeld 2010

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